Die Unterstufe dauert 8 Jahre.
Die Kinder lernen die Buchstaben und Zahlen durch Geschichten kennen. Da fiebern alle mit, auch solche, die bereits lesen, schreiben und rechnen können. Das Zeichnen und Laufen von Formen bereitet die Kinder auf das Schreiben der Buchstaben vor. Rechnen üben sie durch rhythmische Bewegungsspiele. Wenn es gilt, eine Buchstabenform zu laufen, eine Acht zu hüpfen oder eine Dreierreihe zu klatschen, sind alle Kinder gefordert, die unterschiedlichen Vorkenntnisse spielen keine Rolle mehr.
In den ersten zwei Schuljahren sind die Schulzimmer statt mit den herkömmlichen Schreibpulten mit Bänken und Kissen ausgerüstet, die vielfältige Aktivitäten ermöglichen. [mehr]
In den ersten beiden Lektionen des Morgens findet Epochenunterricht statt. Die Kinder vertiefen sich von acht bis zehn Uhr während drei bis vier Wochen in dasselbe Fach. In den ersten beiden Schuljahren sind dies vor allem Rechnen, Schreiben und Formenzeichnen. Jedes Jahr kommen neue Epochen dazu: in der 3. Klasse die Schöpfungsgeschichte und Sachkunde (Ackerbau, Brotbacken, Grundlegendes über die Bekleidung, den Hausbau und allerlei Handwerke). In der 4. Heimatkunde, Menschen- und Tierkunde sowie germanische Sagen. In der 5. griechische Sagen, die Anfänge der Geschichte, Geographie der Schweiz und Pflanzenkunde.
Nach der Pause folgt der Fachunterricht in Wochenstunden: Fremdsprachen, Eurythmie, Malen, Handarbeit, Singen, Blockflötenspiel (das nach und nach zu einem Klassenorchester anwächst), Spielstunden und ab der 3. Klasse Turnen.
Frühfranzösisch und Frühenglisch haben an unserer Schule seit über 80 Jahren Tradition. So wie die Kinder durch Nachahmung ihre Muttersprache lernen, so leben sie sich in die fremden Sprachen ein. Natürlich geht es in der 1. Klasse nicht darum, Wörter und Grammatikregeln zu büffeln. Die Kinder nehmen die
Sprache als lebendes Ganzes auf. Dies geschieht durch häufig wiederholte Gesprächsrituale, Benennen der Gegenstände der engeren und weiteren Umgebung, durch Ratespiele und Verse sowie Sing- und Sprechspiele.
Äusserst wirksam für den Erwerb der fremden Sprache sind kleine Theaterszenen, die dann auch vor Publikum gezeigt werden. Wörter und Formulierungen werden zum bleibenden Besitz.